Echter Beinwell

Heilpflanze aus dem Altertum

Erkennungsmerkmale

Echter Beinwell – Herbal Hunter Digitales HerbariumSymphytum officinale zählt zu den Raublattgewächsen. Ein typisches Merkmal dieser Gewächse sind die rau kratzigen Blätter, wie zum Beispiel auch beim Borretsch. Die Staude blüht von Mai bis Juli, wobei die Blüten anfangs noch schneckenartig eingerollt sind. Die Blütenfarbe variiert von weiß, über gelblich, purpurn bis rotviolett. Typisch für Beinwell ist der schleimige Saft, der beim Zerreiben der Blätter und Stiele austritt und nach Gurke duftet. Die Pflanze wächst bevorzugt auf feuchten bis nährstoffreichen Böden an Ufern, Wiesen, Gräben, Auenwäldern und Wegrändern. Andere Namen unter denen Beinwell auch bekannt ist, sind Beinwurz, Schwarzwurz (weil das Äußere der Wurzel schwarz ist, das Innere hingegen weiß), Wallwurz, Hundszunge oder auch Ochsenzunge, was wieder auf die großen kratzigen Blätter hinweist. Der Name leitet sich vom Althochdeutschen ab und beschreibt die Eigenschaften der Pflanze. Wellen, wallen kann mit „zusammenwachsen“, „heilen“ übersetzt werden. Bein bedeutet hier eher „Gebein“, „Knochen“.

Verwechslungsgefahr besteht vor der Blüte mit dem giftigen Fingerhut. Die Blätter des Fingerhuts sind weich behaart und geben keinen Gurkenduft beim Zerreiben der Blätter ab.

Inhaltsstoffe und Heilwirkung

Beinwell hat Schleim- und Gerbstoffe in sich. Unter den heimischen Pflanzen hat er den höchsten Allatoningehalt, der sich besonders in den Wurzeln konzentriert. Allatonin ist ein Wirkstoff zur Bildung neuer Zellen sowie zur Regeneration von Gewebe. Daher findet Beinwell in Form von Salben noch heute Anwendung bei Knochenbrüchen, Verstauchungen, offenen Beinen, Prellungen, Verrenkungen und Zerrungen. Die heilwirkenden Eigenschaften des Beinwells wurden bereits im Alterum erkannt und angewandt.

Verwendung von Beinwell

Von einer innerlichen Verwendung (zum Beispiel in Form von Tee) wird abgeraten. Beinwell enthält Pyrrolizidinalkaloide, die überdosiert zu Leberschäden führen können. Beinwell blüht von Mai bis Juli. Dann können die Blätter und Blüten geerntet und für Umschläge oder Wickel verwendet werden. Die Wurzeln hingegen werden im Frühjahr und Herbst geerntet. Daraus können Ölauszüge und Salben hergestellt werden.

Digitales Herbarium – Ausführliche Pflanzenpotraits – Wildpflanzen ÜbersichtHinweis

Alle in diesem Artikel genannten Vorschläge und Rezepte sind ohne Gewähr. Es handelt sich hierbei um überlieferte Empfehlungen aus der Volksheilkunde. Die Anwendung von Wildkräutern und Heilpflanzen ersetzt keinen Arztbesuch und sollte gegebenenfalls vorab mit einem Arzt oder Apotheker geklärt werden.