Das Wiesen-Schaumkraut

Cardamine pratensis gehört zur Familie der Kreuzblütler. Die Wiesenstaude bevorzugt feuchte Wiesen, Moor- und Nasswiesen sowie Auenwälder mit nährstoffreichen Böden. Die Pflanze ist weit verbreitet, kam jedoch früher deutlich häufiger vor als heute. 2006 war das Wiesen-Schaumkraut die Blume des Jahres.

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Erkennungsmerkmale

Cardamine pratensis hat einen hohlen, kahlen und runden Stängel und erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 60 cm. Die Grundblätter sind lang gestielt, gefiedert und bestehen aus mehreren Blattpaaren mit fast runden bis eiförmigen Teilblättchen mit einem deutlich größeren Endblättchen. Die Stängelblätter sind kleiner mit schmal länglichen Teilblättchen.

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Von April bis Juni blüht das Wiesen-Schaumkraut. Dabei bildet es eine Blütentraube mit zartlila bis fast weißen Blüten. Diese haben gelbe Staubgefäße und 4 Kronblätter, die mit dunklen, violetten Äderchen durchzogen sind. Die Früchte sind Schoten von 25 bis 40 mm Länge. Sind die Samen reif, platzen die Schoten auf und schleudern die Samen bis zu 2 m weit. Verwechslung besteht mit dem Bitteren Schaumkraut (Cardamine amara). Es wächst ebenfalls an feuchten Standorten, lässt sich aber durch seine weißen Blüten, dem kantigen markigen Stängel, den größeren Stängelblättern und violetten Staubbeuteln vom Wiesen-Schaumkraut unterscheiden. Es kann wie das Wiesen-Schaumkraut verwendet werden, schmeckt aber deutlich bitterer.

Die Kuckucksblume mit Hexenspucke

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Der Name des Wiesen-Schaumkrauts leitet sich von den Schaumballen ab, die oft an den Stängeln zu finden sind. Nicht die Pflanze bildet den Schaum, sondern die Larven der Schaumzikade. Sie saugen an der Pflanze und bilden eine Schaumschicht, die ihnen zum Schutz dient. Die Schaumschicht entsteht, indem die Larven eine Flüssigkeit abgeben, die mit Hilfe der Atemluft zu Schaum wird.
Das Wiesen-Schaumkraut ist auch unter als „Kuckucksblume“ bekannt. Früher ging man davon aus, dass der Schaum Kuckucksspuke oder gar Spucke von Hexen war. Bauern pflückten damals die Blumen nicht ab, weil sie sonst ein kräftiges Gewitter befürchteten.
Wegen seiner harntreibenen Wirkung nannte man das Kraut auch Bettseicher oder Harnsamen. Weinkresse, Gauchblume, Fleischblume oder Weinblume sind weitere verbreitete Namen.

Inhaltsstoffe und Heilwirkung

Erkennungsmerkmale des Wiesenschaumkraut – Digitales Herbarium – Herbal Hunter Innerlich angewendet, wirkt das Wiesen-Schaumkraut blutreinigend und stoffwechselanregend. Dafür sorgen die Hauptinhaltsstoffe Senfölglykoside, Bitterstoffe und viel Vitamin C. Aufgrund dieser Kombination ist die Pflanze ein wahres Lebenselixier und bestens als Bestandteil einer Frühjahrskur geeignet. Es kann als Blutreinigungsmittel aber auch bei rheumatischen Beschwerden angewandt werden.

Das Wiesen-Schaumkraut in der Wildkräuterküche

Herbal Hunter. Kräuterblog. Kräuterwanderungen in Potsdam. Digitales herbarium. Wiesen-Schaumkraut. PflanzenportraitDas Wiesen-Schaumkraut ist mit der Brunnenkresse verwandt. Sein angenehm pfeffriger Geschmack würzt Salate, Suppen, Kartoffelgerichte, Eierspeisen, Fischsoßen, Pesto oder Kräuterbutter. Verwendet werden können die Blüten und Blätter, wobei die Blüten etwas milder und die Blätter scharf schmecken. Die Blätter haben ihr bestes Aroma vor der Blüte zwischen April und Mai. Werden sie nach der Blüte gesammelt, schmecken sie bitter und herb. Achte auch darauf, die Pflanze in der Küche so frisch wie möglich zu verarbeiten. Die Inhaltsstoffe sind sehr empfindlich und bauen sich schnell ab. Die grünen Schoten können als Pfeffer-Ersatz benutzt werden.

Mehr Tipps, wie du das Wiesen-Schaumkraut und andere wilde Kreuzblütler in der Küche verwendest, findest du hier.

Digitales Herbarium – Ausführliche Pflanzenpotraits – Wildpflanzen ÜbersichtHinweis

Alle in diesem Artikel genannten Vorschläge und Rezepte sind ohne Gewähr. Es handelt sich hierbei um überlieferte Empfehlungen aus der Volksheilkunde. Die Anwendung von Wildkräutern und Heilpflanzen ersetzt keinen Arztbesuch und sollte gegebenenfalls vorab mit einem Arzt oder Apotheker geklärt werden.